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Was ist eigentlich BOS-Funk bzw. TETRA?

BOS-Funk und TETRA

BOS-Digitalfunk für jeden verständlich erklärt

Die Abkürzung BOS steht für “Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben”. Damit werden im Grunde Behörden wie Polizei, Feuer und Rettungsdienste verstanden. TETRA ist ein Funkstandard, so ähnlich wie ISO oder DIN.

TETRA definiert in Deutschland Standards für ein digitales Funksystem, welches von Behörden wie Polizei und Feuerwehr genutzt wird. Zusammengefasst werden diese Organisationen als BOS bezeichnet, Abkürzung von “Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben”.

Was das genau bedeutet kann man an diesem Beispiel nachvollziehen: So wie der Standard DIN u. a. festsetzt, welche Breite und Höhe Papiergrößen haben sollen, setzt TETRA beispielsweise fest, welche Übertragungssicherheit und Frequenzen genutzt werden sollen. Man kann TETRA auch vergleichen mit Standards wie LTE, der zum Beispiel für Mobilfunktelefone eingesetzt wird.

Standards in der Funkübertragung

Es gibt sehr viele weitere Standards, wenn es um die Funkübertragung geht, und so ist auch TETRA nur einer von vielen. Doch eine besondere Eigenschaft von TETRA macht diesen Standard für den Funkverkehr einzigartig. TETRA ist nämlich das bei Behörden eingesetzte Funknetz, das heißt die Polizei und die Feuerwehr nutzen TETRA, um zu kommunizieren. Des Weiteren nutzen auch weitere Behörden das TETRA-Netz, wie unter anderem der Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Verfassungsschutz und Spezialeinheiten.

Weil TETRA fast ausschließlich von den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) genutzt wird, bezeichnet man dieses Funknetz oft auch als BOS-Funk oder BOS-Digitalfunk; also ein Funknetz, welches für diese Behörden (BOS) geschaffen wurde.

Wofür steht die Abkürzung TETRA?

TETRA LogoTETRA steht für Terrestrial Trunked Radio und bedeutet übersetzt “Terrestischer Bündelfunk” – ein relativ komplizierter Begriff, der aber leicht und nachvollziehbar erklärt werden kann:

Terrestisch heißt, dass der Funk auf der Erde stattfindet, das heißt nicht die Atmosphäre verlässt wie bei Sattelitenfunk. Die Funkverbindung findet also innerörtlich statt – auf dem Lande sozusagen – und zwar durch angebrachte Mastantennen und Funktürme. Dadurch ist die Funkverbindung auch örtlich beschränkt.

Bündelfunk – auch bekannt als Kanalbündelung – ist dagegen so zu verstehen: so wie in einem Internet-Chat gibt es verschiedene Kanäle, in denen Nutzer untereinander kommunizieren können. Auf diese Weise können Nutzergruppen gebildet werden. Man spricht also auf nicht in einen einzigen Kanal hiniein, in der jeder andere mithören kann, sondern kann geschlossene Nutzergruppen bilden. So kann beispielsweise die Spezialeinheit der Polizei auf einem gesonderten Kanal untereinander sprechen, während der Rettungsdienst sich auf einem anderen Kanal abstimmt.

Verschlüsselung

Der TETRA-Standard bzw. das BOS-Funknetz bietet eine Fülle von Merkmalen, die für Sicherheitsbehörden bzw. BOS geeignet sind. Einer davon ist die Übertragungssicherheit. So findet die Übertragung verschlüsselt statt, so dass Außenstehende die Kommunikation nicht abhören können. Die eingesetzte Verschlüsselungsmethode ist im Übrigen TEA-2: ein Kryptosystem, das als unknackbar gilt. Man kennt das folgende Szenario sicherlich von US-amerikanischen Filmen, bei denen Bürger den Polizeifunk mit dem entsprechenden Funkgerät einfach mithören können. In Deutschland wäre das also nicht möglich, wenn die Polizei beispielsweise den Funkverkehr verschlüsselt. Natürlich kann man bei TETRA auch die Verschlüsselung abschalten, so dass die Kommunikation auch unverschlüsselt stattfindet. Wer beispielsweise auch ein BOS- bzw. TETRA-Funkgerät benutzt, könnte theoretisch dann auch die Kommunikation abhören.

Zurückverfolgbarkeit: Standortsicherheit

Eine weitere Eigenschaft von BOS-Funk bzw. TETRA-Funk ist die erschwerte Rückverfolgung. Außenstehenden ist es nicht möglich herauszufinden, wo sich jemand aufhält, der über das BOS-Netz kommuniziert. Diese Eigenschaft wird als Standortsicherheit bezeichnet. Ingenieure werden sich sicherlich fragen, wie dies möglich sei, schließlich kann man jede Funkverbindung aufgrund zahlreicher Merkmale wie der Übertragungsstärke zurückverfolgen. Doch beim TETRA-Digitalfunk werden sogenannte Hubs eingesetzt, das heißt die Übertragung wird erst an einer sogenannte BOS-Station weitergeleitet, und von dieser Station erst wird die Verbindung an den Empfänger übermittelt – oft auch bekannt als BOS-Funkanlagen oder BOS-Stationen. Wenn man die Kommunikation also anpeilen würde, würde man sie letztlich nur bis zu dieser BOS-Station zurückverfolgen können. Viele Bundesländer haben hierzu gesicherte Stationen in Städten angebracht, die teilweise unter der Erde liegen und wie ein Tresor zugangsgesichert sind. Sehr gut kann man das mit einer VPN-Verbindung bei Computern vergleichen. Im Grunde wird die Herkunft des Funkteilnehmers verschleiert.

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