
Erfahren Sie, wann eine BOS-Gebäudefunkanlage vorgeschrieben ist. Alle Anforderungen, Beispiele und Lösungen für Bauherren in Deutschland.
Die Sicherstellung einer zuverlässigen BOS-Funkversorgung in Gebäuden stellt Fachplaner, Generalunternehmer und Bauherren regelmäßig vor eine zentrale Herausforderung: Wie lässt sich bereits in der Planungsphase beurteilen, ob die Funkversorgung später tatsächlich funktioniert?
Gerade bei modernen Bauweisen mit hoher Abschirmwirkung ist die Versorgung durch das bestehende BOS-Funknetz (z. B. TETRA) oft nicht ausreichend. Um Planungs- und Ausführungsrisiken zu minimieren, werden in Bauanforderungen häufig sowohl eine Funkfeldprognose als auch eine Funkfeldstärkemessung gefordert.
Beide Verfahren verfolgen unterschiedliche Ziele – und ergänzen sich im Projektverlauf.
In der Praxis werden die Begriffe häufig vermischt. Für eine fachlich saubere Einordnung gilt:
Der Unterschied ist grundlegend: Während die Prognose auf Modellen und Annahmen basiert, liefert die Messung den physikalischen Ist-Zustand.
Definition
Die Funkfeldprognose ist eine simulationstechnische Vorhersage der Funkversorgung innerhalb eines Gebäudes oder Areals. Sie wird typischerweise im Rahmen der Objektfunk Planung eingesetzt.
Ziel und Einsatzzeitpunkt
Methodik
Die Prognose basiert auf:
Stärken
Grenzen
Entscheidend: Eine Funkfeldprognose ist keine Garantie für reale Funkversorgung, sondern eine fundierte Näherung.
Definition
Die Funkfeldstärkemessung ist die physikalische Messung der tatsächlichen Funkversorgung vor Ort. Sie ist ein zentraler Bestandteil der BOS Funkmessung im Gebäude.
Ziel und Einsatzzeitpunkt
Methodik
Die Messung erfolgt:
Erfasst werden u. a.:
Stärken
Grenzen
Die Funkfeldstärkemessung ist der entscheidende Realnachweis der Funkversorgung.
Die Unterscheidung zwischen Funkfeldprognose und Funkfeldstärkemessung ist für die erfolgreiche Umsetzung von BOS-Gebäudefunkanlagen essenziell.
In unserer Praxis erfolgt die Funkfeldprognose bewusst als fundierte Ersteinschätzung in der frühen Projektphase, während wir konsequent auf die Funkfeldstärkemessung setzen, da die dabei gewonnenen realen Messwerte eine belastbare Grundlage für Planung, Ausführung und Abnahme der BOS-Gebäudefunkanlage bilden.
Für Fachplaner und Generalunternehmer bedeutet das: Wer beide Aspekte frühzeitig berücksichtigt, reduziert Risiken, vermeidet Nacharbeiten und stellt die Abnahmefähigkeit des Projekts sicher.

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